City Initiative Trier e. V.
Von Freunden lernen – Herzogenbusch Vorbild für Trier
Was haben die Partnerstädte Trier und Herzogenbusch gemeinsam, was unterscheidet sie, und inwiefern können sie voneinander lernen? Am Wochenende besuchten 25 Gäste aus unserer niederländischen Partnerstadt die älteste Stadt Deutschlands, unter ihnen zahlreiche Vertreter der Stadt, der Unternehmensvereinigung und dem dortigen City-Management. Zu diesem Gegenbesuch geladen hatten die City-Initiative Trier e.V., der Einzelhandelsverband Region Trier e.V. und die Gesellschaft Herzogenbusch – Trier.
„Beeindruckend.“, so das einhellige Resümee von Michael Müller und Alfred Thielen vom Einzelhandelsverband Region Trier und den Vorstandsmitgliedern der City-Initiative Trier, Karin Kaltenkirchen und Andreas Noll, nach dem ersten informellen Gespräch, in dem man sich über Grundsätzliches in Sachen innerstädtischem Handel, Verkehr und Zukunftschancen austauschte.
Herzogenbusch kennt seine Gäste und Kunden genau. Hier vertraut man auf ein „Innenstadt-Monitoring“, das seit 1992 alle vier Jahre aktualisiert wird, und alles für den Handel relevante aufschlüsselt. In Herzogenbusch weiß man über die Besuchermotivation, die Verweildauer in der Stadt, die Verkehrsmittel, die genutzt werden, und auch die Summen pro Kopf, die bei einem Besuch ausgegeben werden, genau Bescheid. Ben v.d. Thillart vom Centrummanagement `s-Hertogenbosch berichtete von einer sogenannten Gestaltungssatzung, die genaue Vorgaben bei der Fassadengestaltung im Rahmen eines einheitlichen städtischen Erscheinungsbildes macht. „Wir wollen keinen Basar.“, so sein kurzes Statement. Was für Trier kaum vorstellbar scheint, ist dort schon lange Realität: Keine Verkaufsstände und Ramschtische auf den Straßen, keine Kleiderständer mit Lockangeboten – Herzogenbuschs Wohnzimmer ist klar strukturiert, sauber und einladend.
In Handel, Dienstleistung und Verkehr zeigt unsere Partnerstadt völlig andere Ansätze. Dafür sprechen unter anderem 15 verkaufsoffenen Sonntage, ein starker Park + Ride-Service und die Präsenz vieler spezialisierter Einzelhandelsgeschäfte, während man große Filialisten oder Supermärkte lieber am Stadtrand sieht.
Im Gegenzug tauchte seitens der Gäste eine Vielzahl an Fragen auf, bei denen man sich Antworten und Informationen der Trierer erhoffte. Während man in der Moselmetropole die Eröffnung der „Trier Galerie“ unmittelbar vor sich hat, plant man derzeit in Herzogenbusch den Bau eines ähnlichen Projektes mit einer Verkaufsfläche von 25.000 qm. Wissbegierig hakte man bei den Chancen, Risiken und Unwägbarkeiten nach, erörterte Parkplatzproblematik und die Auswirkungen solch eines Großprojektes auf das äußere Erscheinungsbild einer Stadt. Das Rauchverbot, das ab 1. Juli in den Niederlanden Einzug hält, und die Erfahrungen, die bislang in Trier damit gemacht wurden, beschäftige die Herzogenbuscher ebenso, wie aktuelle Grundstücks- und Mietpreise in unserer Region.
„Herzogenbusch ist für uns ein leuchtendes Beispiel, und man ist uns dort viele, viele Jahre voraus.“ Damit brachte Oberbürgermeister Klaus Jensen auf den Punkt, was die Vertreter von Einzelhandelsverband und City-Initiative dachten. OB Jensen begrüßte die Delegation aus den Niederlanden anlässlich einer Führung über den neuen Petrisberg und den Wissenschaftspark, und war voll der lobenden Worte über die Partnerstadt. Bei ihrem Aufenthalt auf dem Petrisberg erfuhren die Vertreter Herzogenbuschs alles Wissenswerte über Wohnen und Arbeiten in Triers jüngstem und modernstem Stadtteil und nahmen auch hier eine Vielzahl an positiven Eindrücken mit.
Der dreitägige Aufenthalt war gekennzeichnet von freundschaftlichem Begegnen und dem Respekt vor den jeweiligen Leistungen im Sinne der beiden Städte. Das „Du“ war immer schnell gefunden, humorvolles Miteinander prägte nicht nur das Rahmenprogramm, bei dem Weinproben und Winzervesper ebenso gut ankamen, wie die gemeinsame Freude am Wirken der holländischen Nationalmannschaft und der Fahrt mit dem Neumagener Weinschiff, auf dem Trierer gemeinsam mit den Herzogenbuschern die Ruder in die Hand nahmen.

